Kindertraining (I-GSK) 

igsk_vom-wissen-zum-können.jpg

Gewalt in der Gesellschaft ist nicht erst nach den neusten Medienberichten ein kontrovers diskutiertes Thema.
Eskalierende Gewalthandlungen bereits in Kindergärten, von Schülern, auch zwischen Schülern und Lehrer sind leider keine Einzelfälle mehr, und Gewalt kann sich gegen jeden richten. Um sich sicher zu fühlen und zu handeln, benötigt man Konzepte im Bereich Konfliktfähigkeit und Selbstverteidigung.
Techniken zur Deeskalation und zur Selbstverteidigung müssen aufgezeigt und vermittelt werden.
Grundlage der Selbstverteidigung sind der Wille zur Selbstbehauptung und konkrete Vorsichtmaßnahmen. Es darf aber keine Angst geschürt werden.

 

Kämpfen in Selbstverteidigungssituationen

 

Viele Pädagogen halten nicht viel von Selbstverteidigung, weil es sich nicht schickt, sich zu prügeln oder zu raufen denn „Gewalt ist keine Lösung".
Ich bin  der Meinung, Gewalt ist sehr wohl eine Lösung, wenn auch nicht  die beste, so löst sie doch manches Problem. (kurzfristig)
Im Schulsport sollte das Thema „Kämpfen" nicht tabuisiert werden, denn gerade Kinder und Jugendliche können im Alltag leicht in solche Situationen geraten und können lernen, diese zu entschärfen, bevor sie bedrohlich werden.
Es gibt hierbei zwei Aspekte:

  1. die Selbstbehauptung im Vorfeld potenzieller Angriffe und
  2. die Abwendung potenzieller bedrohlicher Angriffe

Ein solcher Unterricht darf nicht verwechselt werden mit einer Art „Aufrüstung". Vielmehr sollen Ängste ernst genommen werden und in typischen Situationen und Verhaltensweisen (Stichwort Opferverhalten) erarbeitet werden.
Es soll versucht werden (sensibel und mit Verantwortung) so genannte Deeskalationshandlungen zu vermitteln.

  • Selbstbehauptung im Vorfeld potenzieller Angriffe durch Einsetzen des Blickes, der Körpersprache, durch Standhalten verbalen und räumlichen Drucks, durch Einsetzen der Stimme (z.B. laut und bestimmt Nein sagen und bestimmt Einhalt zu gebieten „Hör damit auf", Schreien lernen).
  • Abwendung potenzieller bedrohlichen Angriffe, durch erlernen von Techniken und Nerv Punkten.

Im Zusammenhang mit solchem Training oder Spiel- Übungsformen muss deutlich werden dass sie zum einen nie eine reale Situation darstellen kann, weil ihnen der Angst und das Agressionspotenzial fehlt. Die kann man nur durch künstlichen Stress (Prüfung, Motivation, „Luft nehmen"). Versuchen annähernd zu Simulieren. Zum anderen müssen die Schüler verstehen lernen dass die Kunst der Selbstverteidigung nur regelmäßiges Üben zum Erfolg führt. Nur durch beharrliches Üben kann man erwarten sich im Ernstfall selbst verteidigen zu können.
Es muss klar sein, dass der beste Kampf der ist der nicht gekämpft wird.

Argumente für das Kämpfen
( Kinder, Jugendliche, Behinderte, Alte Menschen)

 

  • Entwicklungstheoretisches Argument:
    „Es führt kein Weg an dieser Handlung vorbei, jeder muss durch sie hindurch um zu sich selbst zu kommen"
    • Stichworte:
      • Körperkontakt jeder wird einmal berührt werden, wie geh ich damit um.
      • Kräftemessen; es werden immer im Leben die Kräfte gemessen sei es im Kindergarten auf dem Spielplatz, in der Schule, in der Lehre, im Beruf (körperlich und geistig).
      • Fairness und Verantwortung sollte jeder haben muss aber auch erst erzogen oder gelernt sein.
      • Selbstbewusstsein und Disziplin.
  • Man lernt durch das Kämpfen:
    • Geben und Nehmen
    • Über und Unterlegenheit
    • Überwinden und Nachgeben.
  • Bewegungspädagogisches Argument:
    Handlungen dieser Art sind bedeutsam, weil sie die Bewegung des Menschen formt.
    Körperliche Mängel können eventuell ausgeglichen werden weil durch die spielerische Art sich ein freies Bewegen einstellt.
    • Stichwort:
      • ganzkörperlicher Bewegungs-Rhythmus und Fluss
      • Körperbildung.
  • Hedonistisches Argument:
    Handlungen dieser Art bereiten ganz einfach Freude und fördern das persönliche Wohlbefinden.
    Sinnlich-Lustvolle Körpererfahrung sich Verausgaben und erholen.
    Fallen und Halten In Kontakt sein, sich einlassen, vertrauen, siegen und unterliegen, Emotionen erleben und Kontrolle.
    • Lust am Kämpfen und Raufen / Abstecken von Grenzen
    • Identitätsfindung und Körpererfahrung
    • Verbessern des motorischen Leistungsvermögen / Ausprägung der koordinativer Fähigkeiten
    • Kontaktaufnahme und Kommunikation.

Inhalte

  • Informationen über Selbstverteidigung
  • Hilfen zum Erkennen von Gefahren und vorsorglich Handeln
  • Praktisches Training
  • Übungen zum Aufbau von Selbstvertrauen
  • Selbstverteidigungstechniken gegen sensible Punkte des Angreifers
  • Verbesserung der Aufmerksamkeit und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung
  • Reflektieren von Angstsituationen, um Angst durch Selbstvertrauen und Stärke zu ersetzen
  • Verbale Manipulationsstrategien
  • Täter und Opferrollen
  • Körpersprache
  • Rechtliche Aspekte der Selbstverteidigung
  • Vermeidung von Gefahren
  • Stärkung des Rechtsbewusstseins

Vermittlung von praktischen Tipps

  • Vorbeugen
  • Abstand bewahren
  • Ausstrahlen von Selbstvertrauen
  • Wachsam und unberechenbar werden
  • Unterstützung holen
  • Vermeiden von Konflikten
  • Setzen von Grenzen
  • Schnelles Reagieren
  • Wehren mit allem was zur Verfügung steht
  • Den Körper als Waffe nutzen
  • Dokumentieren des Vorfalls